Ads & Analytics Innovations Keynote - Mobile First

Vor wenigen Wochen hat Google die rechte Spalte für die AdWords-Anzeigen gestrichen und damit die Auslieferung über die Endgeräte – Desktop, Tablet, Mobile – angeglichen. Zudem wurden die Top-Positionen um eine vierte Anzeige ergänzt.

Nun hat Google in der Ads & Analytics Innovations Keynote das Motto „Mobile First“ ausgegeben und noch weitere Änderungen angekündigt. Diese werden derzeit von ausgewählten Advertisern als Beta getestet.

Erweiterte Textanzeigen (Expanded Text Ads, ETA)

Analog zu den organischen Suchergebnissen können auch bezahlte Anzeigen künftig mit mehr Zeichen ausgespielt werden:

  • Aktuell umfasst die Überschrift (Headline) 25 Zeichen inklusive Leerzeichen. Die neuen Anzeigen sollen zwei Headlines mit jeweils 30 Zeichen umfassen.
  • Die Textzeilen (Description) bieten derzeit Platz für zweimal 35 Zeichen. Nun erfolgt die Umstellung auf eine Description Line mit 80 Zeichen.
  • Die Anzeigen-URL (Display-URL) konnte unter Beachtung der Richtlinien bislang frei eingegeben werden. Nun wird diese automatisch aus der Finalen URL (früher Ziel-URL) gebildet. Ergänzungen sind manuell mit bis zu zweimal 15 Zeichen möglich.

Letzter Punkt hilft insbesondere Inhabern von langen Domaininhabern. Diese konnten die Display-URL oftmals nicht individuell anpassen, da die maximale Zeichenzahl auf 35 Zeichen beschränkt war. Nun kämpfen alle Werbende mit der Beschränkung bei den Erweiterungen.

Creation Expanded Text Ads
(Quelle: Wordstream)

Die erweiterten Zeichenzahlen bieten zweifelsohne mehr Freiheiten beim Schreiben.  Der Ärger, dass der eigene Text genau um ein Zeichen zu lang ist, wird aber sicherlich auch weiterhin erhalten bleiben. Zudem besteht die Gefahr, dass das Konzentrieren auf eine Kernbotschaft verloren geht. Gerade im Vergleich zu den aktuellen Limitierungen laden die neuen Freiheiten dazu ein, auch Füllwörter und Sinnloses zu schreiben.

Google  selbst spricht davon, dass ein Anstieg der Klickraten um rund 20 Prozent zu erwarten ist. Ob sich dies bei den Zielerreichungen, etwa bei den Conversions, ebenso niederschlägt, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall ist ein weiterer Schritt getan, um den Kampf um die Top-Positionen zu verschärfen. Und auf Werbende wartet viel Arbeit, wenn die neuen Formate im Laufe des Jahres eingeführt werden.

Bietpreise (Bidding)

Seit der Einführung der Enhanced Campaigns in 2013 diente der Bietpreis für Desktop- (und damit automatisch auch für Tablet-)Schaltungen als Basis für mobile Gebotsanpassungen. Damit konnten weder die Gebote für Tablets separat ausgesteuert noch reine Mobile-Kampagnen geschaltet werden. Dies soll sich nun wieder ändern.

Künftig kann gewählt werden, welches Endgerät als Basis verwendet wird – und damit, welche Gebote prozentual daran ausgerichtet werden können. Als Beispiel sind explizit Tablet-Gebotsanpassungen genannt, was die (unverständliche) Kopplung an die Desktopgebote (endlich) wieder aufhebt.

Die Spanne der Gebote steigt von aktuell maximal +300 Prozent auf +900 Prozent. Abzuwarten bleiben insbesondere zwei Punkte: Wird es im Zuge dessen wieder möglich, Kampagnen ausschließlich auf eine Deviceklasse (Desktop, Tablet, Smartphone) anzusteuern. Und: Sind Anpassungen auf Kampagnen-, Anzeigengruppen- oder gar Keyword-Ebene möglich.

„ähnliche Zielgruppen“ und demografische Daten in der Suche

Aus dem Display-Bereich ist die Nutzung „ähnlicher Zielgruppen“ und demografischer Daten schon lange bekannt: Ähnliche Zielgruppe werden von Google auf Grundlage von gemeinsamen Interessen und Merkmalen bestehender Zielgruppen gebildet, demografische Daten stehen für Altersgruppen und Geschlecht zur Verfügung. Als eigenständige Zielgruppen können Sie durch individuelle Anzeigen angesprochen oder mit eigenen Geboten versehen werden. Beide Funktionen sollen künftig auch für die Suche bereitstehen.

Google Maps (Local search Ads)

Google baut die Werbemöglichkeiten bei Google Maps aus. Zum einen erhalten die lokalen Business-Websites ein neues Aussehen.

neue Business Page

(Quelle: Google)

Zum anderen sollen neue Formate mehr Möglichkeiten bei Anpassung und Branding ermöglichen. Zu den aktuell getesteten Formaten gehören beispielsweise die sogenannten „Promoted Pins“. Dabei wird der Standort mit dem Firmenlogo versehen. Vor allem bekannte Firmen können hier auf einen Wiedererkennungswert hoffen.

Promoted Pins

(Quelle: Google)

Auch in jüngster Vergangenheit tat sich hier schon einiges. Seit April ist Maps ein Bestandteil der Google-Suche, wenn Standorterweiterungen hinterlegt sind. Und erst vor wenigen Wochen wurden zwei weitere Features bekanntgegeben: So soll es aus Maps heraus möglich sein soll, Produkte zu bestellen, um sie dann im Ladengeschäft abzuholen. Und das Inventar von lokal verfügbaren Produkten soll bei Standortinformationen angezeigt und durchsuchbar gemacht werden.

Display-Netzwerk

Mit „Responsive Display Ads“ steht für Display-Kampagnen ein neues Anzeigenformat zur Verfügung. Hierbei erstellt Google die Anzeige selbständig und passt sie dem jeweiligen Placement an, auf dem sie erscheint. Der Werbende selbst gibt nur Überschrift, Beschreibung, Bild und URL an.

(Quelle: Google)Responsive Display Ads

Die Reichweite für Remarketing-Kampagnen wurde erhöht. Mit dem „übergreifenden Displaynetzwerk Remarketing“ werden Anzeigen nunmehr nicht nur auf DoubleClick Ad Exchange geschaltet, sondern auch auf übergreifenden Inventarquellen (siehe auch https://support.google.com/adwords/answer/7008174).

Neue AdWords-Benutzeroberfläche

Das AdWords-Konto erhält mit nächstem Jahr ein Redesign, das bis dahin in mehreren Beta-Phasen getestet wird. Report sollen verbessert und leichter erstellbar werden – gemäß der bekannten Screenshots werden sie auf jeden Fall bunter. Beim Erstellen von Kampagnen sollen insbesondere Marketingziele im Mittelpunkt stehen, wobei die dazu vorgeschlagenen Einstellungen jedoch manuell geändert werden können – ein Vorgehen, das für Display-Kampagnen aktuell bereits angewendet wird.

Google Analytics 360

Auch das kostenpflichtige Analytics-Tool „Analytics 360“ erfährt Neuerungen. Highlight ist sicherlich die Erstellung von Reports per Sprachbefehl oder schriftliche Anweisung, bei welcher der Data Assistent Analytics mit künstlicher Intelligenz verbindet.

>> zum Replay der Keynote auf YouTube gehts hier lang (externer Link)

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