Landingpage oder normale Seite?

Im engeren Sinne ist eine Landingpage eine Seite, die eigens für eine Kampagne gebaut wird: kein Hauptmenü, kein ablenkender Inhalt, ein einziger CTA. Sie existiert nicht in der normalen Navigation, sondern ist ausschließlich über die Anzeige erreichbar. Das ist der Referenzfall für Paid Traffic.

Im weiteren Sinne ist jede Seite eine Landingpage, wenn sie Besucher zu einer spezifischen Handlung führen soll. Eine Leistungsseite, die über organische Suche gefunden wird, erfüllt dieselbe Funktion: ankommen, überzeugen, zur Handlung führen. Ob der Besucher über eine Google-Ads-Anzeige oder über ein organisches Suchergebnis kommt, ändert nichts an der Grundaufgabe der Seite.

Der entscheidende Unterschied zur normalen Inhaltsseite ist nicht die Technik, sondern die Ausrichtung: Hat diese Seite ein primäres Conversion-Ziel? Dient alles darauf diesem Ziel? Wenn ja, gelten die Optimierungsprinzipien aus diesem Artikel. Wer kein klares Ziel definiert hat, optimiert ins Leere.

Wo sich Ads-Landingpages und SEO-Seiten konkret unterscheiden: Bei Ads-Landingpages entfernt man die Navigation vollständig, weil jeder Link weg vom Ziel ein potenzieller Absprung ist. Bei SEO-Seiten ist das oft nicht sinnvoll, weil interne Verlinkung und Navigation für die Nutzerführung auf der gesamten Website relevant sind. Das Grundprinzip ist dasselbe: Die Seite muss einlösen, was den Besucher dorthin geführt hat. Bei einer Anzeige ist das der Anzeigentext (Message Match), bei organischem Traffic ist es die Suchanfrage (Search Intent Match). Beides ist dieselbe Idee.

Für Google Ads gibt es einen direkten wirtschaftlichen Vorteil beim Optimieren: Die Qualität der Landingpage fließt als einer von drei Faktoren in den Quality Score ein. Wer eine relevante, schnell ladende Seite hat, zahlt weniger pro Klick und erzielt bei gleichem Budget eine bessere Anzeigenposition. Die Optimierung zahlt sich also doppelt aus: mehr Conversions und niedrigere Kosten.

Aufbau: Was eine Landingpage braucht

Eine Landingpage, die konvertiert, enthält nicht beliebig viele Elemente, sondern die richtigen in der richtigen Reihenfolge. Der Besucher entscheidet in den ersten Sekunden, ob er bleibt. Alles, was above the fold sichtbar ist, ohne zu scrollen, hat daher das höchste Gewicht.

Element Funktion Typische Position
Headline Value Proposition in einem Satz Above the fold, erste Zeile
Subheadline Konkretisierung oder Zielgruppe Direkt unter der Headline
Hero-Bild oder Video Emotionale Verknüpfung, Produkt im Einsatz zeigen Above the fold (Video: kurz, autoplay stumm, Untertitel)
Primärer CTA Die eine Handlungsaufforderung Above the fold, wiederholt nach Social Proof
Value Points 3 bis 5 Kernvorteile, kurz und konkret Direkt unter dem Hero-Bereich
Social Proof Bewertungen, Testimonials, Kundenlogos Mitte der Seite, neben dem CTA
Detailinformationen Für Besucher, die noch zweifeln Untere Seitenhälfte
FAQ Einwände abbauen, bevor sie den Abschluss verhindern Vor dem letzten CTA
Sekundärer CTA Letzter Abschluss für Besucher, die bis zum Ende scrollen Footer-Bereich

Nicht jede Landingpage braucht alle neun Elemente. Was fehlen darf, hängt vom Angebot ab. Was nie fehlen sollte: eine klare Headline, ein sichtbarer primärer CTA und ein Vertrauenssignal.

Wie lang sollte eine Landingpage sein?

Die Länge folgt der Entscheidungskomplexität. Wer einen Impulskauf im zweistelligen Bereich tätigt, braucht keine 2.000 Wörter Überzeugungsarbeit. Wer ein B2B-Softwarepaket für 50.000 Euro einkauft, liest gründlich. Die Formel: Je höher der wahrgenommene Preis oder das Risiko der Entscheidung, desto mehr Inhalt wird benötigt um es zu rechtfertigen.

Situation Empfohlene Länge
Günstiges Produkt, Impulskauf Kurz: Above-fold-Bereich reicht oft
Teures oder erklärungsbedürftiges Angebot Lang: mehr Einwände müssen abgebaut werden
Kalter Traffic, noch kein Vertrauen aufgebaut Länger: mehr Überzeugungsarbeit notwendig
Warmer Traffic: Retargeting, Branded Search Kürzer: Vertrauen existiert bereits
Komplexes B2B-Angebot Lang: Entscheider prüfen gründlich

Ein typischer Fehler bei kurzen Landingpages: zu wenig Inhalt für ein Angebot, das erklärungsbedürftig ist. Wer einen Unternehmensberater engagiert, will mehr wissen als „Professionelle Beratung, jetzt anfragen“. Kurze Seiten funktionieren dort, wo das Angebot selbsterklärend und der Preis niedrig ist.

Headline und Value Proposition

Die Headline ist das wirksamste einzelne Element auf der gesamten Seite. Sie entscheidet in den ersten drei Sekunden, ob ein Besucher bleibt oder abspringt. Wer die Headline optimiert, optimiert am wirksamsten.

Eine starke Headline beantwortet drei Fragen auf einmal: Was biete ich an? Für wen? Und welcher Nutzen entsteht? Das klingt einfach, ist aber in der Praxis schwieriger als erwartet. Die häufigste Schwäche: Unternehmen formulieren Headlines aus ihrer eigenen Perspektive, nicht aus der Perspektive des Besuchers.

Schwache Headline-Typen

  • Generische Versprechen ohne Substanz: „Ihr Partner für nachhaltige Lösungen”
  • Interne Fachsprache: „Systemische Transformationsberatung für mittelständische Unternehmen”
  • Reine Feature-Nennung ohne Nutzen: „SEO-Tool mit KI-gestützter Keyword-Analyse”
  • Unternehmenszentrierung: „20 Jahre Erfahrung in der Branche”

Starke Headline-Typen

  • Konkreter Nutzen: „Mehr Anfragen aus Google, ohne mehr Werbebudget”
  • Zielgruppe direkt ansprechen: „Für Handwerksbetriebe, die digital sichtbar werden wollen”
  • Problem benennen: „Warum Ihr Google-Ads-Budget nicht konvertiert, und was dagegen hilft”
  • Spezifisches Ergebnis: „Ihre Steuerbelastung um durchschnittlich 18% senken”

Ein häufiger Fehler ist die Verwechslung von Features und Benefits. Features beschreiben, was ein Produkt hat oder kann. Benefits beschreiben, was das für den Benutzer bedeutet. Aus „256 GB Speicher“ wird „Alle Fotos, Dokumente und Apps immer dabei, ohne Speichermangel“. Für jeden Value Point auf der Landingpage lohnt sich die Frage: Was bedeutet das konkret für die Person, die das liest?

Für Ads-Landingpages gilt zusätzlich: Die Headline muss den Anzeigentext aufgreifen. Wer auf „günstige Steuerberatung Köln“ geklickt hat, erwartet genau das auf der Seite, nicht einen generischen Beratungs-Überblick. Für SEO-Seiten gilt dasselbe Prinzip auf andere Weise: Die Headline muss die Suchanfrage widerspiegeln, die den Besucher gebracht hat. In beiden Fällen gilt: Versprechen einlösen, nicht neu setzen.

Die Headline ist auch der ergiebigste A/B-Test-Kandidat auf jeder Landingpage. Selbst kleine Formulierungsunterschiede können die Conversion Rate deutlich verschieben. Wer noch nicht systematisch testet, startet am besten hier.

Social Proof: Welche Typen wann wirken

Social Proof ist nach der Headline und dem CTA der drittgrößte Conversion-Hebel. Das Grundprinzip dahinter: In unsicheren Situationen orientieren sich Menschen daran, was andere getan haben. Der Besucher fragt sich, ob er richtig liegt mit seiner Entscheidung. Andere, die dasselbe gemacht haben und zufrieden sind, beantworten diese Frage.

Nicht jeder Social-Proof-Typ wirkt gleich stark. Die Stärke hängt davon ab, wie nah die zitierten Personen oder Institutionen der eigenen Situation des Besuchers kommen.

Typ Stärke Am wirksamsten wenn
Testimonial mit Foto, Name und Ergebnis Sehr hoch Person ähnelt der Zielgruppe, Ergebnis ist spezifisch
Case Study mit konkreten Zahlen Sehr hoch Angebot ist teuer oder erklärungsbedürftig
Bewertungsdurchschnitt mit Anzahl Hoch Mehr als 50 Bewertungen, Durchschnitt über 4,5
Kunden-Logos bekannter Unternehmen Mittel Zielgruppe kennt die abgebildeten Marken
Kundenzahl: „Über 10.000 Nutzer“ Mittel Zahl ist groß genug, um relevant zu sein
Zertifikate und Auszeichnungen Mittel Die zertifizierende Stelle ist der Zielgruppe bekannt
Medienerwähnungen Mittel Das Medium ist der Zielgruppe bekannt

Spezifität schlägt Quantität. Ein Testimonial wie „Hat unsere Conversion Rate in sechs Wochen um 34 Prozent gesteigert, ohne das Budget zu erhöhen“ ist stärker als fünf generische „Tolles Team, sehr empfehlenswert“-Bewertungen. Spezifische Ergebnisse sind glaubwürdiger, weil sie schwerer zu erfinden sind.

Die stärkste Form ist Peer Social Proof: Feedback von jemandem, der der eigenen Situation möglichst ähnelt. Ein Handwerksbetrieb überzeugt andere Handwerksbetriebe mehr als ein Konzernbeispiel. Wer Testimonials segmentiert und passend zur jeweiligen Kampagne oder Zielgruppe einsetzt, erhält deutlich stärkere Ergebnisse als mit einem einzigen allgemeinen Testimonials-Block.

Platzierung: Social Proof wirkt am stärksten direkt neben oder unterhalb des primären CTA. Der Moment, in dem ein Besucher den Button sieht, ist genau der Moment des Zweifels. Wer an dieser Stelle eine überzeugende Kundenstimme platziert, baut den Zweifel ab, bevor er den Abschluss verhindert. Ein reiner Testimonials-Block am Seitenende sieht viele dieser Besucher gar nicht.

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CTA und Formular optimieren

Jede Landingpage hat genau einen primären CTA. Mehrere gleichwertige Handlungsaufforderungen auf derselben Seite — Anfrage stellen, Newsletter abonnieren, Demo buchen, PDF herunterladen — teilen die Aufmerksamkeit und reduzieren die Gesamtconversion. Das nennt sich Paradox of Choice: zu viele Optionen führen dazu, dass sich Besucher für keine entscheiden.

CTA-Text: Aktiv, spezifisch, nutzenorientiert. Die Hierarchie ist klar: „14-tägige Testversion starten“ ist stärker als „Jetzt kostenlos testen“, das wiederum stärker ist als „Jetzt anfragen“ oder dem schwächsten aller Texte: „Absenden“. Erste Person funktioniert oft noch besser: „Ich will meine Conversion Rate verbessern“ formuliert den Wunsch des Besuchers, nicht die Aufforderung der Website.

Platzierung: Der primäre CTA muss ohne Scrollen sichtbar sein, also above the fold. Mindestens ein weiterer CTA folgt nach dem Social-Proof-Block, sobald Vertrauen aufgebaut wurde. Bei langen Landingpages hilft ein sticky CTA-Element, das beim Scrollen immer sichtbar bleibt.

Sichtbarkeit: Die Button-Farbe ist weniger entscheidend als der Kontrast zur Umgebung. Ein grüner Button auf grünem Hintergrund konvertiert schlechter als ein roter Button, unabhängig von Farbpsychologie. Genug Weißraum um den Button, ausreichende Größe, klarer visueller Fokus: Das sind die relevanten Stellschrauben.

Formulare direkt auf der Seite

Ein Formular direkt auf der Landingpage konvertiert besser als ein Button, der erst auf eine separate Kontaktseite führt. Jeder zusätzliche Klick kostet einen Teil der Besucher.

Beim Formular gilt: weniger Felder führen zu mehr Einsendungen, aber auch zu schlechteren Leads. Mehr Felder führen zu weniger Einsendungen, aber zu qualifizierteren Anfragen. „Weniger ist mehr“ ist also keine universelle Regel, sondern eine kontextabhängige Entscheidung. Wer zu wenige Leads hat, reduziert die Felder. Wer zu viele unqualifizierte Leads bekommt und der Vertrieb die Kapazität nicht hat, alle nachzuverfolgen, qualifiziert das Formular mit gezielten Zusatzfragen: Budget, Zeithorizont, Teamgröße.

Für Formulare gilt außerdem: Eingabetypen korrekt setzen, damit auf Mobilgeräten die richtige Tastatur erscheint. Autocomplete nicht deaktivieren. Fehler direkt beim betroffenen Feld anzeigen, nicht erst nach dem Absenden der gesamten Form.

Ablenkungen reduzieren

Das Verhältnis zwischen klickbaren Elementen und dem einen Conversion-Ziel sollte so nah wie möglich bei 1:1 liegen. Das Konzept nennt sich Attention Ratio: Jede Navigation, jeder externe Link, jedes Social-Media-Icon ist ein potenzieller Absprung. Wer die Möglichkeit hat wegzuklicken, nutzt sie, und kehrt meist nicht zurück.

Attention Ratio ist ein Konzept von Oli Gardner (Unbounce). Eine typische Homepage hat ein Verhältnis von 40:1 oder mehr: Dutzende Links, ein Conversion-Ziel. Eine dedizierte Landingpage für Paid Traffic sollte 1:1 anstreben. Jede Abweichung davon ist ein messbares Conversion-Leck.

Für Ads-Landingpages: Die Hauptnavigation entfernen oder auf ein Minimum reduzieren, meist nur Logo und Telefonnummer. Social-Media-Icons komplett entfernen. Wer auf Instagram klickt, ist statistisch gesehen verloren. Externe Links auf andere Domains ebenfalls entfernen.

Für SEO-Seiten gilt ein differenzierterer Ansatz. Navigation komplett zu entfernen ist hier oft kontraproduktiv, weil organische Besucher anders ankommen als Ads-Besucher: Sie haben möglicherweise noch kein klares Kaufinteresse, erkunden die Website und müssen sich orientieren können. Sinnvoller ist es, ablenkende Elemente zu reduzieren, ohne die Navigation vollständig zu opfern. Konkret: Sidebar entfernen, Social-Media-Icons aus dem Inhaltsbereich nehmen, interne Links auf thematisch fremde Seiten minimieren.

Ausnahmen, die immer bleiben müssen: Datenschutzerklärung und Impressum im Footer sind rechtlich erforderlich. Sie können klein und unauffällig platziert werden, müssen aber vorhanden sein.

Mobile Optimierung

Bei den meisten Websites macht mobiler Traffic einen Großteil der Gesamtbesuche aus. Eine Seite, die auf dem Desktop gut konvertiert, aber auf dem Smartphone nicht funktioniert, verschenkt den Großteil des Traffics, unabhängig davon, ob er aus Ads oder aus organischer Suche kommt.

Der entscheidende Unterschied: Above the fold ist auf einem Smartphone deutlich kleiner als auf einem Desktop-Monitor. Headline und primärer CTA müssen ohne Scrollen sichtbar sein, auch auf einem 375-Pixel-Bildschirm. Das bedeutet in der Praxis oft, dass die mobile Version der Seite deutlich schlanker sein muss als die Desktop-Version.

Für Formulare auf Mobilgeräten: So wenige Felder wie möglich. Eingabe-Typen korrekt deklarieren, damit das Gerät die richtige Tastatur anzeigt. Für Telefonnummern type="tel", für E-Mail-Adressen type="email". Autocomplete nicht blockieren. Klickziele mindestens 44 Pixel hoch, Buttons mit ausreichend Abstand zueinander, damit keine Fehlklicks passieren.

Ein schneller Selbsttest: Google PageSpeed Insights gibt einen separaten Mobile-Score aus. Dieser ist oft erheblich schlechter als der Desktop-Score. Das ist der relevante Wert, wenn ein Großteil des Kampagnen-Traffics mobil kommt.

Ladezeit als Conversion-Faktor

Jede zusätzliche Sekunde Ladezeit kostet messbar Conversions. Das gilt besonders für mobilen Paid Traffic: Der Besucher hat auf eine Anzeige geklickt, erwartet sofort das, was versprochen wurde, und springt bei Verzögerungen ab, bevor die Seite überhaupt fertig geladen ist.

Der wichtigste Messwert aus den Core Web Vitals ist LCP, Largest Contentful Paint: wie lange es dauert, bis das größte sichtbare Element der Seite geladen ist. Google empfiehlt einen Wert unter 2,5 Sekunden. Für Landingpages mit Paid Traffic ist das ein Minimum, kein Zielwert.

Die häufigsten Ursachen für langsame Landingpages sind unoptimierte Bilder, zu viele JavaScript-Ressourcen, die den Browser blockieren, schlechtes Hosting ohne CDN und nicht genutzte Render-blocking-Skripte. Der schnellste Einstieg: Google PageSpeed Insights mit der mobilen URL aufrufen. Die Empfehlungen sind priorisiert und in vielen Fällen selbst umsetzbar. Bilder komprimieren und im modernen WebP-Format ausliefern ist oft der größte Einzelhebel.

Für dedizierte Ads-Landingpages empfiehlt sich außerdem ein regelmäßiger Ladezeit-Check nach jedem größeren Update. Neue Bilder, neue Scripts oder neue Tracking-Snippets können die Ladezeit schrittweise verschlechtern, ohne dass es jemand bewusst bemerkt.

Wo verliert die Seite Besucher?

Wer Landingpages ohne Daten optimiert, rät. Heatmaps, Scroll-Maps und Click-Maps zeigen, was Besucher tatsächlich tun, nicht was man erwartet, dass sie tun. In unserer Erfahrung ist die Differenz zwischen Annahme und Realität regelmäßig überraschend.

Scroll-Maps zeigen, wie weit Besucher scrollen. Wenn der primäre CTA unterhalb des Punktes liegt, an dem ein Großteil der Besucher aufhört zu scrollen, sieht ihn ein erheblicher Teil der Besucher nie. Dieses Problem ist nicht mit CTA-Text-Optimierung zu lösen, weil der Grund woanders liegt.

Click-Maps zeigen, was angeklickt wird. Häufig werden Elemente angeklickt, die gar nicht klickbar sind. Das ist ein Hinweis auf unerfüllte Erwartungen: Der Besucher erwartet an dieser Stelle eine Interaktion, die die Seite nicht bietet. Ebenso häufig werden wichtige CTAs kaum angeklickt, obwohl sie prominent platziert sind. Das deutet auf mangelnde Sichtbarkeit oder fehlende Überzeugungskraft hin.

Tools: Hotjar und Mouseflow sind kostenpflichtig, bieten aber umfangreiche Auswertungen. Microsoft Clarity ist kostenlos und ohne Datenlimit, für die meisten Einsatzzwecke ausreichend. Bereits 200 bis 500 Sessions reichen für erste verwertbare Muster.

Was zuerst testen

Wer mit Optimierung beginnt, steht vor der Frage: Womit anfangen? Die folgende Reihenfolge priorisiert nach erwartetem Impact, nicht nach Umsetzungsaufwand.

1
Headline und Value Proposition

Größter potenzieller Einzelimpact. Selbst kleine Formulierungsunterschiede verschieben die Conversion Rate deutlich. Hier beginnen.

2
CTA-Text

Einfach umsetzbar, direkt am Conversion-Punkt. Konkret und nutzenorientiert formulieren, Erste Person testen.

3
Hero-Bild oder Video

Starker visueller Einfluss above the fold. Lifestyle-Shots, die das Produkt im Einsatz zeigen, gegen Freisteller testen.

4
Social-Proof-Platzierung

Direkt neben dem CTA statt am Seitenende testen. Der Effekt ist oft größer als erwartet.

5
Formular-Länge

Nur wenn die Scroll-Map oder Analytics eine hohe Abbruchrate beim Formular zeigt. Felder reduzieren oder gezielt erweitern, je nach Lead-Qualitätsproblem.

Reihenfolge ist wichtiger als Vollständigkeit. Wer alle fünf Tests gleichzeitig aufzieht, kann keine Kausalität herstellen. Ein Test nach dem anderen, mit ausreichend Traffic für statistische Aussagekraft.

Die häufigsten Fehler auf einen Blick

Die meisten Conversion-Probleme lassen sich auf eine überschaubare Anzahl von Fehlermustern zurückführen. Diese Tabelle zeigt die häufigsten, das typische Symptom, an dem man sie erkennt, und den direkten Lösungsansatz.

Fehler Symptom Lösung
Kein Message Match Hohe Absprungrate bei guten Anzeigen-CTRs Headline an den Anzeigentext anpassen
Zu viele CTAs Besucher klickt viel, konvertiert selten Einen primären CTA wählen, Rest entfernen
Schwache Headline Kurze Verweildauer, sofortiger Absprung Value Proposition neu formulieren, A/B-Test starten
Navigation vorhanden Besucher klickt in die Website, kehrt nicht zurück Navigation für Ads-LPs entfernen oder stark reduzieren
Kein Social Proof Hohe Absprungrate nach dem ersten Scroll Testimonial oder Bewertungen neben dem CTA ergänzen
Langsame Ladezeit Besonders auf Mobile hohe Absprungrate, kurze Sessions PageSpeed Insights aufrufen, Bilder optimieren
Formular zu lang oder zu kurz Formular-Abbrüche oder schlechte Lead-Qualität Felder anpassen je nach Lead-Qualitätsproblem
Kein Vertrauenssignal Conversion-Abbruch direkt beim CTA trotz Klick SSL, Datenschutzhinweis und Impressum sichtbar machen

Die meisten dieser Fehler sind schnell zu identifizieren: Scroll-Maps, Click-Maps und die Absprungrate je Traffic-Quelle in GA4 liefern innerhalb weniger Stunden ein klares Bild davon, wo die Seite verliert.

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Häufige Fragen

Brauche ich eine separate Landingpage oder kann ich meine Startseite verwenden?
Eine separate Landingpage konvertiert für Paid Traffic fast immer besser als die Startseite. Die Startseite hat zu viele Ziele gleichzeitig: sie stellt das Unternehmen vor, bietet Navigation, adressiert verschiedene Zielgruppen. Eine Ads-Landingpage hat genau eine Aufgabe. Für organischen Traffic zu einer spezifischen Suchanfrage gilt dasselbe: Eine eigene Seite, die genau auf diese Anfrage ausgerichtet ist, übertrifft eine generische Startseite deutlich.
Wie lang sollte eine Landingpage sein?
So lang wie nötig, um alle relevanten Einwände des Besuchers abzubauen, und nicht länger. Ein günstiger Impulskauf braucht wenig Überzeugungsarbeit: eine gute Headline, ein Produktbild, ein CTA. Ein B2B-Angebot für 50.000 Euro braucht deutlich mehr: Fallstudien, Prozessbeschreibung, Referenzen, FAQ. Die Entscheidungskomplexität bestimmt die Länge.
Soll ich Navigation auf der Landingpage lassen oder entfernen?
Für dedizierte Ads-Landingpages: entfernen. Jeder Link weg vom Ziel ist ein potenzieller Absprung, der nicht zurückkommt. Für SEO-Seiten: es kommt an. Wenn der organische Besucher noch kein klares Kaufinteresse hat und die Website erkundet, braucht er Orientierung. Sinnvoller als komplettes Entfernen ist hier, Navigation zu belassen, aber ablenkende Elemente wie Sidebars, Social-Media-Icons und Outlinks zu reduzieren.
Wie messe ich, ob meine Landingpage gut konvertiert?
Die wichtigsten Messwerte: Conversion Rate (Anteil der Besucher, die die gewünschte Aktion ausführen), Absprungrate je Traffic-Quelle und Formular-Abbruchrate. In GA4 lassen sich Conversion-Events direkt auf die Landingpage-URL segmentieren. Heatmap-Tools wie Microsoft Clarity zeigen zusätzlich, wo Besucher aufhören zu scrollen und wo sie klicken.
Was ist eine gute Conversion Rate für eine Landingpage?
Das hängt stark vom Angebot und der Traffic-Quelle ab. Als grobe Orientierung: Für Lead-Generierungsseiten liegt der Median bei rund 4 bis 7 Prozent, für E-Commerce deutlich niedriger. Höher ist immer besser, aber wichtiger als der absolute Wert ist die Entwicklung über Zeit. Wer von 1 auf 2 Prozent kommt, verdoppelt den Output bei gleichem Budget.
Kann ich dieselbe Landingpage für verschiedene Kampagnen verwenden?
Technisch ja, aber es kostet Conversion Rate. Verschiedene Kampagnen sprechen verschiedene Absichten oder Zielgruppen an. Wer mit „Steuerberater München“ auf dieselbe Seite führt wie mit „Steuerberater für Freiberufler“, verfehlt Message Match in mindestens einem der beiden Fälle. Die bessere Lösung sind separate Seiten je Anzeigengruppe oder Dynamic Text Replacement, das die Headline automatisch an das auslösende Keyword anpasst.
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