Social SEO: Definition, Wirkung und Funktionsweise

Social SEO gilt schon seit einiger Zeit als einer der großen Trends im SEO-Bereich. Dennoch fehlt es oftmals an einer klaren Vorstellung, was Social SEO umfasst und wie Social SEO funktioniert. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über Social SEO und das Zusammenspiel mit anderen Online Marketing Bereichen.

Die wachsende Bedeutung von Social SEO wird zumeist mit Korrelationsstudien wie jenen von SEOMoz und Searchmetrics untermauert. Diese Studien zeigen eine starke Korrelation zwischen Ranking-Erfolg und "Social Signals". Zu den Social Signals werden Shares und Likes auf Social Media Plattformen gezählt, die einer Webseite zuzurechnen sind.

Positive SEO-Effekte von Social Media Aktivitäten

Die Generierung von Social Signals ist aber keineswegs die einzige Möglichkeit, wie Social Media Aktivitäten die Suchmaschinen-Rankings einer Website beeinflussen können. Folgende Möglichkeiten können unterschieden werden:

  • Direkte Effekte der Social Media Präsenzen: Bestes Beispiel sind die Autorenbilder in den Suchergebnissen, die eine Verknüpfung mit Google+ Autorenprofilen voraussetzen. Dazu kommen bspw. Backlinks in Profilen.
  • Social Signals durch Social Media Aktivitäten erzeugen: Durch Social Media Aktivitäten können Social Signals wie Likes und Shares generiert werden, die einen Einfluss auf das Ranking haben können. Dazu weiter unten mehr.
  • Indirekter Backlink-Aufbau durch Social Media Aktivitäten: Wesentlich wichtiger als Social Signals sind nach wie vor klassische Backlinks. Doch auch diese können indirekt über Social Media Aktivitäten entstehen. Denn wenn Inhalte viral über Social Media Plattformen verbreitet werden, und auch Blogger und Website-Betreiber erreicht werden, können Backlinks auf die Inhalte entstehen.

Manche direkten Effekte wie Autoren-Profile sind jedoch nicht unbedingt "Social SEO", sondern sie fallen unter andere Bereiche wie Snippet-Optimierung.

Eine mögliche Defintion wäre daher: Social SEO umfasst alle Tätigkeiten, die den Aufbau von  Suchmaschinen-wirksamen "Empfehlungen" (Links, Likes, Shares) über Social Media Plattformen zum Ziel haben - in der Regel durch soziale Interaktion oder die Bereitstellung teilenswerter Inhalte. Social SEO ist daher innerhalb der SEO-Bereiche dem Backlinkaufbau bzw. dem Empfehlungs-Aufbau zuzuordnen.

Daneben können Social Media Präsenzen natürlich so optimiert werden, dass sie selbst zu bestimmten Keywords ranken (z.B. zum eigenen Brand, um Ranking-Dominanz zu erreichen). Dies ist jedoch eher SEO für Social-Media-Seiten und kein Social SEO.

Das Zusammenspiel von Social SEO mit anderen Bereichen

Eine weit verbreitete Fehlannahme ist, dass Social SEO eine eigenständige Disziplin innerhalb des SEO-Bereichs wäre. Tatsächlich erfordert Social SEO das fachübergreifende Zusammenspiel verschiedener Bereiche des Online Marketings.

Social SEO 
Social SEO - Ein Zusammenspiel von SEO, Social Media Marketing und Content Strategie

Um Social Signals oder indirekt auch Backlinks in relevanten Ausmaßen zu generieren, müssen möglichst viele Social Media Nutzer erreicht werden, die Inhalte im Bedarfsfall weiterverbreiten oder positiv bewerten.

Erfolgreiches Social SEO kann daher nur auf einer erfolgreichen Social Media Strategie aufsetzen. Der Aufbau eines Netzwerkes von positiv gestimmten, interagierenden und idealerweise einflussreichen Nutzern ist eine wesentliche Aufgabe des Social Media Marketings. Inhalte zu SEO-Zwecken einfach ohne die entsprechende Gefolgschaft über Social Media Kanäle zu publizieren wird nicht zum gewünschten Erfolg führen.

Zur Generierung von Empfehlungen via Social Media Plattformen müssen die Inhalte nicht notwendigerweise vom Website-Betreiber selbst sozial verteilt werden. Auch die Bereitstellung von teilenswerten Inhalten, die von Lesern selbsständig verbreitet oder positiv bewertet werden, gehört zur Social SEO Strategie.

Sowohl erfolgreiches SEO als auch die erfolgreiche Social Media Distribution hängen dabei von einer geeigneten Content-Strategie ab. Aufgrund der Content-Strategie müssen herausragende Inhalte zur Verfügung stehen, die gleichermaßen gute Rankings in einem relevanten Themenumfeld ermöglichen, für eine soziale Verbreitung geeignet sind und zum Abonnieren der publizierten Inhalte u.a. über Social Media anregen.

Effekte von Social Signals werden möglicherweise überschätzt

Trotz der klaren Ergebnisse der Korrelationsstudien sollte der direkte positive Einfluss von Social Signals auf das Ranking nicht überschätzt werden. Selbst Matt Cutts hat die Bedeutung von Social Signals unlängst relativiert.

Googles Problem ist dabei der fehlende Zugriff auf aussagekräftige Daten – in vielen Fällen kann oder will Google auf die Social Media Daten daher nicht zurückgreifen:

  • Google+: Google hat vollständigen Zugriff auf die Daten von Google+. Dennoch werden diese Daten laut Aussagen von Google (noch) nicht als Ranking-Faktor genutzt, weil die vorhandenen Datenmengen noch nicht aussagekräftig genug sind.
  • Facebook: Facebook verfügt über die größten Datenmengen. Doch Google konnte trotz Verhandlungen mit Facebook kein Kooperationsabkommen abschließen, das ihnen Zugriff auf alle notwendigen Daten gibt. Daher können nur die öffentlichen Bereiche von Facebook ausgewertet werden, was nur einem kleinen Teil der vorhandenen Daten entspricht. So kann Google beispielsweise auf Facebook Pages sehen, dass es eine bestimmte Anzahl an Fans gibt. Doch ohne Zugriff auf die Nutzerprofile kann Google nicht beurteilen, wie vertrauenswürdig und einflussreich die einzelnen Fans sind.
  • Twitter: Twitter dürfte in den Google Algorithmen vermutlich noch die größte Rolle spielen. So ist bekannt, dass Tweets bei Google News bzw. QDF-Rankings besonders berücksichtigt werden. Twitter-Profile sind zwar öffentlich zugänglich, allerdings hat Google einen Kooperationsvertrag mit Twitter nicht verlängert. Google ist damit vom Gutdünken von Twitter abhängig, auf welche Daten sie in der Zukunft noch Zugriff haben. Auch das sind keine guten Voraussetzungen für einen wichtigen Ranking-Faktor.

Auch bei anderen Social Media Plattformen wie Pinterest oder LinkedIn steht Google vor ähnlichen Problemen. Entweder fehlt der Zugriff auf die Daten oder die verfügbaren Daten sind noch nicht aussagekräftig genug.

Der Einfluss von Social Signals auf das Ranking ist daher wahrscheinlich geringer als oftmals angenommen oder von Korrelationsstudien suggeriert (wo oft eine höhere Korrelation zwischen Ranking-Erfolg und Social Signals besteht als zwischen Ranking-Erfolg und Backlinks). Dennoch ist bereits bestätigt, dass Social Signals zumindest in manchen Situationen angewandt werden. Zudem wird auch der Einfluss von Social Signals in den nächsten Jahren mit Sicherheit steigen.

Unabhängig davon, wie stark der Ranking-Einfluss der Social Signals heute ist - eine sinnvolle Social Media (SEO) Strategie sollte bereits jetzt erstellt und umgesetzt werden. Erstens wegen der Bedeutung von Social Media für den natürlichen Backlinkaufbau, der spätestens seit dem Penguin-Update für langfristige Erfolge notwendig ist. Und zweitens weil die notwendige Follower-Basis nicht kurzfristig aufgebaut werden kann, wenn Social Signals eine ähnliche Bedeutung wie Backlinks erlangen.